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Grundlagen des Investierens - Teil 1

Grün investieren
Eugen Büchler
Eugen Büchler

Wir haben unsere Seite und unsere Beratung der Nachhaltigkeit gewidmet. Gleichzeitig ist es uns auch wichtig, den Menschen grundlegendes Finanzwissen zu vermitteln. Deshalb möchte ich mich in dieser kleinen Serie den Grundlagen der Geldanlage widmen.

Im ersten Teil geht es um die Fragen, ob und warum Investieren sinnvoll ist, sowie um die verschiedenen Anlageklassen.

Die aktuelle Situation

Sehen wir uns zuerst die aktuelle Situation der Sparer und das Zinsniveau an. Bei dieser Betrachtung stellen wir fest, dass mit den früheren etablierten Ansätzen (z.B. Sparbucheinlagen, siehe Tabelle) kaum bis keine Erträge mehr zu erwirtschaften sind.

Auch beim Tagesgeld ergibt sich leider ein ähnliches Bild: Die Angebote reichen von 0,52 % (bei einer Bank in Malta) bis 0,01 % bei einer Bank in Deutschland.
(Quelle: Geldanlage Vergleich bei Check24 vom 31.01.2021).

Berücksichtigen wir hierbei noch die jährliche durchschnittliche Inflation von 2,2 %[1], so ergibt sich, selbst im besten Fall ein Kaufkraftverlust von 1,7 % pro Jahr. Du kannst dir also 1,7 % weniger für dein Geld kaufen, als noch vor einem Jahr. Das stellt ein Problem dar.

Was sind also Alternativen?

In der folgenden Abbildung sehen wir die unterschiedlichen Wachstumsraten von verschiedenen Anlageklassen, auch Asset-Klassen genannt.

Du siehst, wie sich Aktien, Anleihen, Gold und Währungen über die letzten 200 Jahre entwickelt haben.

In dieser Reihe erklären wir diese Klassen näher (inklusive anderer Rohstoffe und Immobilien). In diesem Artikel beginnen wir mit der Anlageklasse mit dem höchsten langfristigen Wachstum: der Aktie – im Durchschnitt wurde hier aus einem Dollar eine Summe von 1.507.250 $. Das entspricht einer historisch durchschnittlichen Rendite von 6,8 % pro Jahr.

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wenn Du dir eine Amazon Aktie kaufst, so gehört dir faktisch ein winziger Teil dieser Firma und der (zweit-?)reichste Mann der Welt, Jeff Bezos, sowie seine 840.000 Mitarbeiter, arbeiten für Dich. 🙂
Du bist ab dem Zeitpunkt des Erwerbs der Aktie ein Anteilseigner (engl. Shareholder) und beteiligst Dich mit Deinem Geld an den Gewinnen (und Verlusten) des Unternehmens.

Die Gewinne können in zwei unterschiedlichen Formen auftreten:

Kursgewinne:
Du kaufst heute eine Aktie zu einem Kurs von 100 €. Diese Aktie hat in 3 Jahren einen Kurswert von 120 € und Du beschließt, sie zu verkaufen. Somit erzielst du einen Kursgewinn von 20 € (20% bezogen auf dein ursprünglich eingesetztes Kapital).

Dividenden:
Wenn ein Unternehmen Gewinne erzielt, hat es grundsätzlich 2 Möglichkeiten, mit diesen Gewinnen zu verfahren:

  1. Die Firma nutzt dieses Geld, um weitere oder bessere Produkte zu entwickeln um somit seine Position auf dem Markt weiter zu verbessern (was hoffentlich zu weiteren Kursgewinnen führt, siehe oben)
  2. Es schüttet einen Teil dieser Gewinne in Form von Dividenden sofort an die Anteilseigner, also seine die Aktionäre aus. Gerade etablierte und große Unternehmen, wie Allianz oder Microsoft sind dafür bekannt, stabile Dividenden zu zahlen. Diese Dividenden sorgen dafür, dass die Aktionäre für ihren Geldeinsatz belohnt werden und somit das Vertrauen in die Firma wächst (und ggf. die Nachfrage nach Aktien dieser Firma steigt). Dadurch kann sich für Dich ein regelmäßiger Zahlungsfluss ergeben.

Preisentwicklung von Aktien

Grundsätzlich werden Aktien an der Börse gehandelt und ihr Preis hängt von Angebot und Nachfrage ab, das heißt von der Bereitschaft aller Beteiligten, eine bestimmte Aktie zu einem Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Wollen viele Menschen eine Aktie kaufen, weil sie Hoffnungen in ein Unternehmen legen, so steigt der Preis (Kurswert). Sinken hingegen die Erwartungen in das Unternehmen, so wollen mehr Menschen die Aktie verkaufen und es gibt auf der anderen Seite zu wenige, die sie erwerben möchten. Somit sinkt der Preis.

Die Preisentwicklung ist auch ein essentieller Teil, den ich gerne näher beleuchten mag. Denn es ist wichtig zu verstehen, dass an der Börse „die Zukunft“ gehandelt wird. Und Ängste und Erwartungen eine große Rolle spielen. Deswegen sinken in Krisenzeiten auch die Kurse, weil die Menschen aus Angst vor kurzzeitigen Verlusten ihre Anteile verkaufen wollen und somit das Angebot überhandnimmt.

Damit einhergehend ist beim Investieren der zeitliche Aspekt so wichtig. Schauen wir uns die obige Grafik erneut an, so stellen wir fest, dass trotz verschiedenster Krisen und Kurseinbrüchen die Weltwirtschaft langfristig gestiegen ist. Und an diesem Wirtschaftswachstum kannst Du dich als langfristiger Investor beteiligen. Statt also angstgetrieben bei der nächsten Krise Anteile zu verkaufen, ist es ratsam, die Krise auszusitzen und sich zu verdeutlichen, worin das Investment besteht und sich zu fragen, ob der Grund des momentanen Einbruchs langfristig, in den nächsten 10 oder 15 Jahren eine Rolle spielen wird. Bei solchen Fragen stehen wir Dir als Berater übrigens auch gerne zur Seite!

Und die anderen Assets?

In den nächsten Teilen sehen wir uns die verbleibenden Anlageklassen an. Außerdem klären wir die Frage, ob das Investieren ein wenig vereinfacht werden kann, denn mal ehrlich: Unternehmen aussuchen und bewerten, Kurse checken, kaufen und verkaufen – wer hat dafür neben seinem Studium oder Beruf noch Zeit?

Außerdem beleuchten wir weitere Kernaspekte wie Laufzeit und Streuung, denn sein Geld nur einem oder zwei Unternehmen anzuvertrauen – das geht deutlich angenehmer und risikoärmer!

In Teil 2 erfährst Du mehr zu diesen Punkten. 😉

Bei Fragen zu den besprochenen Themen, kannst Du uns hier erreichen:

Unseren Artikel zur Nachhaltigen Geldanlage findest Du hier:

Quellen